Das 25. RockHarz Festival ist Geschichte! Die Besucher in Ballenstedt feierten bei bestem Wetter quer Beet von Heavy Metal, bis zu Folkmetal.

Mittwoch: Bereits am Mittwoch brachte es das Thermometer auf stolze 31 Grad als Monument das Festival eröffneten. Großartiger Heavymetal im Stil der 80er Jahre, bevor Drone danach mit 101 % Sexmetal eine ganz andere Stilrichtung einschlugen und auf und vor der Bühne eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte.


Donnerstag: Mit Vikinger Metal aus Island eröffneten Skalmöld den Donnerstag und vor der Bühne hatte das isländische „Huh!“ das Wort, bevor es in den Moshpit ging. Zum Ende der Show erklärte Sänger Björgvin noch, dass die Heimreise nach Island anstünde und die Band deswegen so früh spielte. Der Grund dafür war jedoch ganz einfach, denn Drummer Jon heiratet und so sollte eine ordentliche Party mit der Band starten.

Danach kamen die rechtmäßigen Besitzer des heiligen Grals an die Reihe, die im ewigen Kampf mit Dr. Skull verstrickt sind: Die Grailknights kamen in ihren Superheldenanzügen auf die Bühne und stelleten fest, dass das Publikum sehr muskolös aussehen würde und wurde zur Grail-Aerobic aufgefordert. Der Grailknights Battlechoir durfte natürlich auch nicht fehlen, wurde von den Fans statt mit Yes Sire! mit Hirschgebrüll beantwortet. Dazu gab es jede Menge Party und einen Superheldenmedley für die tobende Menge.

Mit Letzte Instanz wurde es zwischenzeitlich etwas ruhiger, bevor es dann mit Equlibrium und Sodom wieder ordentlich zur Sache gehen konnte und Amorphis ihr neues Album vorstellen konnten.

Schandmaul zelebrierten dann ihr 20-jähriges Jubiläum, spielten ihr allererstes Lied Teufelsweib – welches lautstark und textsicher mitgesungen wurde, was auch für Der Teufel und Walpurgisnacht der Fall war.

Nun war es Zeit für den Headliner des Tages und hier heizen Powerwolf ordentlich ein und feierten die Metal Mass. Dazu gab es ein starkes Bühnenbild mit kleinen Podesten, Feuerschalen, Fontainen und Grabsteinen. Die Setlist ließ nicht zu wünschen übrig: Die Einsteiger waren Blessed And Possessed, Resurrecion By Erection, Werwolves of Armenia und We drink your Blood. Dazu gab es zwei kleine Appetithappen vom neuen Album The Sacrament of Sin und die Deutschlandpremiere von Demons Are A Girl’s Best Friend und Fire And Forgive. Lautstark wurde Europas größte Metal Messe gefeiert und wurde nach Gesangstraining und bestandener Lautstärkeprüfung mit dem Segen Lupus Dei lammfromm in die Nacht entlassen.

Doch bevor es endgültig an diesem Tag zu Ende war schallte es „Wir sind eure Lieblingspiratenband aus dem karibischen Osnabrück!“ durch die Nacht und Mr. Hurley und die Pulveraffen enterten die Bühne um die Fans für die Partys auf den Camping Grounds vorzubereiten.


Freitag: Nach den beiden heißen Auftakttagen, wurde es am Freitag etwas kühler – zumindest vom Wetter her. Aeverium und The Other hatten die Aufgabe den Freitag zu eröffnen und die Menge vor der Bühne vergrößerte sich immer wieder leicht.

Crematory und Finntroll waren die Nächsten und gerade die Trolle heizten die Menge schon ordentlich an.

Nun sollten Alestorm die Bühne, in Begleitung eines riesigen Quietscheentchens entern und es wurde sportlich, denn mitsingen allein reichte bei dieser Band eben nicht. „Hinsetzen und rudern!“ lautete der Befehl, passend zu „Nancy The Tavern Wrench“; eine Wall of Death musste im Anschluss natürlich auch noch her. Nicht mal das monströse Entchen blieb verschont, es gesellte sich während „Drink“ zu den zahlreichen Crowdsufern. 

Auf der Dark Stage sollte es nun zur Sturmfahrt mit Eisbrecher gehen, die dem Wetter mit einem Schneesturm trotzen wollten. Die Band um Alex Wesselsky rockte und hatte mit Was ist hier los? und Himmel, Arsch und Zwirn und Eiszeit natürlich ordentlich feierbares Material für die Fans dabei.

Nach dem Schneestrum sollte es nochmal heiss werden, denn Hammerfall hatten ordentlich was vorbereitet: An Feuertontänen wurde nicht gespart und so wurde „20 Jahre Legacy of Kings“ an diesem Abend ordentlich gefeiert.

Powermetal at it’s best war angesagt und so saßen alle Posen und Choreos perfekt und zum Abschluss wurde bei Hammer High! noch einmal alles abgebrannt, was an Pyro vorbereitet war.

Zum Abschluss durfte dann noch zu Versengold gefeiert werden um sich gebührend auf die Partys auf den Zeltplätzen vorzubereiten.


Samstag: Erdling eröffneten den Tag, bevor Trollfest zum kollektiven Chaos luden. Da es vor der Bühne viel zu ordentlich war, sollte jeder herumspringen, sich im Kreis drehen, moshen oder pogen oder das tun, was ihm gerade im Sinn war und so war das Chaos schnell perfekt, während sich auf der Bühne die Musiker gegenseitig jagten oder Luftballons durch die Gegen schossen und kurzerhand sogar eine Polonäse quer durch das Publikum im Infield zu machen. Fazit: So viel Durcheinander und Spaß schafft kaum eine Band in so kurzer Zeit zu verursachen.

Ihren dritten RH Gig durften Gloryhammer spielen. 2014 noch ein Geheimtipp, waren sie in diesem Jahr einer der Hauptacts. Sie ließen die Menge mitsingen und tanzen und ganz nebenbei wurde noch um die Wette Bier getrunken und ein Ork besiegt. Eine sehr erfolgreiche Bilanz, für 45 Minuten Spielzeit!

Die Apokalipitischen Reiter und Paradise Lost hatten dann ein wenig mit dem aufkommenden Wind und Sound zu kämpfen, was jedoch die Spielfreude nicht näher einschränkte. Beide Bands lieferten solide Shows ab und so war die Menge perfekt auf das nächste Highlight vorbereitet.

Knorkator waren an der Reihe und starteten mit einem Geburtstagslied für das RockHarz um dann mit Alter Mann schnell wieder in die Realität zurückzukehren. Wie immer wenig feinfühlig, aber trotzdem unterhaltsam durften die Fotografen mit auf die Bühne und Sänger Stumpen war voll in seinem Element. „Wir werden alle sterben“ war das letzte Wort, vorher hieß es jedoch aber noch „Zähneputzen, Pillern und ab ins Bett“ und so war es, wie immer, ein grossartiger Knorkator Auftritt.

Dann war es endlich Zeit für den Headliner In Flames die mit einer bombastischen Lichtshow und „My Sweet Shadow“ das Set eröffneten. So manch einer setzte nun seine Sonnenbrille wieder auf, denn die riesigen LED Leinwände und Scheinwerfer ließen den Platz vor der Rock Stage taghell erstrahlen. Sänger Anders Fridén ist scheinbar kein Mann vieler Worte, statt mit Ansagen motivierte er das Publikum durch Gesten zum hüpfen, mitklatschen und -singen; auch wenn er das vermutlich gar nicht hätte tun müssen. Es ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, aus 12 Alben eine Setlist zusammenzubasteln, die keine Wünsche offen lässt und in 90 Minuten passt. Dieses Mal erstreckte sich die Auswahl vom Album „Clayman“ aus dem Jahr 2000, vertreten durch „Pinball Map“ und „Only for the Weak“, über „Come Clarity“ von 2006 mit „Take This Life“ und „Sounds Of A Playground Fading“ aus 2011 mit „Deliver Us“ bis hin zu „The Truth“ vom Album „Battles“, erschienen 2016. Also alles in allem eine ziemlich gute Mischung, auch wenn der ein oder andere Song vermisst wurde.
Passenderweise beenden die Schweden das Set mit „The End“ und werden noch eine gefühlte Ewigkeit von ihren Fans beklatscht und bejubelt. Ein wirklich großartiger Abschluss für eine optisch und akustisch beeindruckende Show.

Manntra hatten dann die „Ehre“ als letzte Band die Menge „rauszufegen“. Dies war jedoch überhaupt kein Problem und die Kroaten hatten sogar noch ein kleines Highlight parat: Michael Rhein, aka das letzte Einhorn und eigentlich Sänger bei In Extremo, hatte bei der Studioversion von „Meridian“ auf dem gleichnamigen Album mitgewirkt und unterstütze die Band nun live an der Gitarre. Ein kleines Highlight am Ende des vierten und letzten Tages, womit das diesjährige Rockharz auch ein jähes Ende fand.

2019 geht es an gleicher Stelle weiter, wenn vom 3. bis 6. Juli 2019 die 26. Ausgabe des Rockharz 2019 ansteht und mit Hämatom, The Unguided, Nervosa, Children of Bodom, Dragonforce, Epica, Cradle of Filth, Grand Magus, Mono Inc, Nailed to Obscurity, Over Kill, The Night Flight Orchestra, Wintersun bereits die ersten Bands feststehen.